Die Woche zuvor ließ Schlimmes erahnen. Einstellige Tagestemperaturen und Dauerregen hatten die Region fest im Griff. Umso erleichterter waren die Organisatoren des Herbst-Frühschoppens der Robbergfreunde, dass sich zum Wochenende hin wieder Wolkenlücken zeigten und am Sonntag, den 28. September die Herbstsonne die Besucher regelrecht auf den Berg auf unsere Wiesn zog. Und so konnten wir zum Abschluss der diesjährigen Veranstaltungs-Saison weit über Fünfzig Mitglieder und Gäste zu unserem Oktoberfest der Robbergfreunde begrüßen. Natürlich entsprach auch unser Buffet diesem Motto, neben einem frisch gezapften Bier konnte man sich mit Weißwurst, Brezn und weiteren Schmankerln vom Buffet stärken.
Der Türsturz des Weißen Häusles gab das Thema für unsere Vorträge und die Ausstellung vor. Dort steht nämlich die Jahreszahl 1520 zu lesen. Also wird der Robberg bereits über 500 Jahre bewirtschaftet. Doch wie konnte der bewaldete Berghang überhaupt urbar gemacht werden? Die Ausstellung von Joe Walz zeigte Gerätschaften und Hilfsmittel, die unsere Vorfahren zur Rodung des Berges einsetzten, der damals noch die Bezeichnung Rodberg trug. Natürlich hatte Joe zu den einzelnen Exponaten wieder jede Menge Geschichten zu erzählen.
Historische Fakten zu „500 Jahre Kulturlandschaft am Robberg“ beleuchtete Ulrich Deubel in seinem Vortrag. Zumindest was bis heute aus historischen Quellen ausgewertet werden konnte. Unzählige Stunden verbrachte Ulrich für seine Recherchen in Archiven, um der historischen Entwicklung auf den Grund zu gehen. Manche Ereignisse sind unstreitbar dokumentiert – so auch eine Weinbergsordnung für den Rodberg aus dem Jahr 1508 – aber allein deren Interpretation wirft schon wieder neue Fragen auf. Und auch historische Quellen sind zum Teil widersprüchlich. Deshalb hat Ulrich zugesagt, weitere Recherchen anzustellen, um mehr Licht in die Anfänge des Weinbaus am Robberg und damit indirekt in die Vorgeschichte der Rebleute Ettlingen zu bringen.
Der starke Zuspruch für diesen Herbst-Frühschoppen ermutigt den Vorstand der Robbergfreunde, die Veranstaltungsreihe im kommenden Jahr fortzuführen. Das funktioniert natürlich nur durch die Unterstützung unserer Mitglieder. Deshalb sei an dieser Stelle ein herzlicher Dank ausgesprochen an Joe Walz, der uns sein Grundstück zur Verfügung stellt und auch die Bauzaungalerie jedes Mal wieder neu beschickt, aber auch für sonstige Beiträge wie hier durch Ulrich Deubel und weitere Mitglieder in zurückliegenden Veranstaltungen. Und natürlich auch den fleißigen „Beiköchen“, die jedes Mal unser Büffet mit Leckereien bereichern.
Die Robbergfreunde freuen sich schon darauf, auch im kommenden Jahr die Gäste wieder zu unseren Frühschoppen begrüßen zu dürfen.