Zum 195-jährigen Bestehen der Robbergfreunde Ettlingen e.V. hat sich der Verein selbst beschenkt. Nach jahrzehntelanger Abwesenheit ist die Figur des Heiligen St. Urban, Schutzpatron der Winzer, wieder zu den Robbergfreunden bzw. zur Vereinsfahne zurückgekehrt. Auf der Aufnahme zum hundertjährigen Bestehen des Vereins im Jahre 1930, damals noch als „Verein der Rebleute“ geführt, sind neben den festlich gekleideten Vereinsmitgliedern auch noch Vereinsfahne und die Fahnenstange zu erkennen, auf deren Spitze unübersehbar der heilig Urban thront. Die Originalfahne ist mittlerweile im Museum im Schloss Ettlingen eingelagert, der Verbleib der Urbansfigur jedoch ungeklärt. Zum 195-jährigen Bestehen hat der Verein eine neue Figur aus einer Holzschnitzerei in Südtirol beschafft, die nun wieder die Fahnenstange ziert. Möglich wurde dies u.a. dank großzügiger Spenden der Mitglieder. Auch wenn der Weinbau am Robberg all die Jahre nie ganz zum Erliegen kam, beflügelt ja vielleicht der Heilige St. Urban dazu, dieses Erbe in Zukunft wieder zu intensivieren.
Gefeiert haben die Robbergfreunde ihr 195-jähriges Jubiläum mit einem Urbansfest am Namenstag des Heiligen St. Urban, am 25. Mai. Hierzu waren alle Mitglieder und Gäste auf unser Festgrundstück am Robberg geladen. Nicht nur für das leibliche Wohl war gesorgt, auch ein kultureller Beitrag bereicherte die Feierlichkeiten. Der Shanty-Chor der Marinekameradschaft Ettlingen e.V. brachte eine frische Brise mit an den Robberg und sorgte für Unterhaltung und gute Stimmung. Und entgegen allen Wetterprognosen handelte der Heilige St. Urban mit dem Heiligen Petrus einen regenfreien Tag aus, so dass unser Urbansfest ungetrübt vonstattengehen konnte.
Erstmalig boten die Robbergfreunde im Rahmen des Urbansfestes auch eine Führung über den Robberg an. Neben den bekannten Stationen wie Wasserreservoir, Bildstock und Weißes Häusle waren auch einige private Gärten zur Besichtigung geöffnet. So konnte man z.B. eine aktuelle Mauerbaustelle besichtigen, an der die Prinzipien des Trockenmauerbaus dargelegt wurden. Auch mit Reben bestockte Weinberge konnten besichtigt werde. Man munkelt, es wäre auch echter Robbergwein ausgeschenkt worden, ohne dass die Teilnehmer dabei zu Zwergen geschrumpft wären. Die Sage vom Riesen im Lauerturm muss nun wohl umgeschrieben werden.
Der Vorstand der Robbergfreunde ist sehr erfreut über die durchweg positive Resonanz auf das Urbansfest und sieht sich bestätigt, in Zukunft weitere vergleichbare Veranstaltungen anzubieten. Gegebenenfalls auch in Form von öffentlichen Führungen über den Robberg.